Streckenvogel
Dokumentation stillgelegter Eisenbahnstrecken
von Dennis Köthur

„Altmärkische Kleinbahn AG“

Bahnstrecke Nummer 6904 von Hohenwulsch – Kalbe (-Rohrberg)

Der einstige Name „Altmärkische Kleinbahn“ suggeriert dem Leser eine kleine Bahnanlage, in der gering besiedelten Altmarkt – dabei umfasste das Gesamtnetz der Altmärkischen-Eisenbahn-AG vor etwa hundert Jahren sogar über 127 Streckenkilometer in der größten Ausdehnung. Die ersten Einschränkungen waren somit kriegsbedingt, wie etwa die gegen 1943 ausfallende Bedienung vom Teilstück zwischen Hanum und Zasenbeck (Anschluß an die „Ohretalbahn“). Dieser Abschnitt wurde nach Kriegsende, wie auch der Bereich Wittingen – Waddekath-Rade bzw. Diesdorf, durch die brisante Querung der Zonengrenze zum 01. Juli 1945 stillgelegt.

Die nächsten Betriebseinstellungen folgten zwar im Personenverkehr schon in den 1960er Jahren, etwa 1961 zwischen Rohrberg und Hanum oder 1967 zwischen Gardelegen und Wernstedt bzw. 1970 zwischen Kalbe und Klötze. Dagegen blieb aber der erste Bauabschnitt aus dem Jahre 1899 von Hohenwulsch nach Kalbe am längsten in Betrieb, wobei hier besondere politische Ereignisse sogar die Bestellung bis 2001 ermöglichten. Der weitere Streckenverlauf bis Beetzendorf wurde – auch durch die lange Fahrzeit - bereits 1991 im Personenverkehr und 1993 komplett eingestellt.

Beim Bau der Bahnstrecken von 1899 bis 1904 (teilweise durch diverse Bahngesellschaften, vor der Fusion 1908 und 1927) war der Güterverkehr im Vordergrund, weshalb die meisten Stationen mit einem Ladegleis ausgestattet wurden. Deshalb gab es auch erst ab 1968 bzw. in den 1990er Jahren die gänzliche Betriebseinstellungen, welche auch eher dem schlechten Oberbau und den daraus geringen Fahrtgeschwindigkeiten geschuldet waren.

Der jeweilige Streckenabbau erfolgte in mehreren Abschnitten und ist kaum dokumentiert- Der nun gezeigte Bereich betrifft den Abschnitt von Hohenwulsch (km 0,0 / ehemals Bismark-Ost) und Kalbe an der Milde (km 15,2), welcher im Sommer 2019 für den Radwegbau demontiert wurde. Leider sind viele Reaktivierungspläne in der Nachwendezeit am politischen Willen gescheitert, wie zuletzt die Güterbedienung für Kies/Sand im Bereich Kalbe. Besonders bedauerlich ist der schnelle Rückbau der letzten Trasse, ohne erneute Prüfung einer ggf. Wiederaufnahme des Personenverkehrs. Wenigstens der Bahnhof Hohenwulsch ist als modernisierter Haltepunkt, mit Parkplätzen und Bushaltestelle erhalten geblieben und wird nun umfangreich mit der komfortablen Verbindung (auf der einstigen „Amerikalinie“) nach Uelzen oder Stendal genutzt.

Sämtliche Bilder sind von Dennis Köthur aus Februar 2019

Streckenkarte:

Bildergalerie:

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