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Windbergbahn

(Museums-) Bahnstrecke (Nr. 6609) Dresden Hbf / Freital-Ost — Dresden-Gittersee bzw. Possendorf

Die erste deutsche Gebirgsbahn wurde gegen 1856 in Dresden von der Albertsbahn AG gebaut und der Streckenname „Hänichener Kohlezweigbahn“ verrät auch gleich den Zweck dieser sehr geschichtsreichen Bahn. Mit maßgebend zum Bau dieser sechs Kilometer langen Trasse war die Bahnlinie Dresden - Tharandt, womit die ursprünglichen Planungen einer Streckenführung durch das Lockwitztal entfiel. Der Windberg – zugleich Namensgeber der Strecke – mit dem einst aufliegenden Windbergschacht, sowie acht weitere direkt angeschlossenen Kohlebergwerke, lieferten etliche Tonnen Steinkohle zum Transport in die naheliegende Stadt Dresden.

Die Streckentalwärts beförderten Kohlenmengen wurden nach Ausbeutung der Zechen, insbesondere ab 1879, geringer, wobei noch bis etwa 1930 die Kohlenförderung im Bereich des Döhlener Becken andauerte. Nun bliebt nur noch der Personenverkehr, der gegen 1905 auch ein wichtiges Argument zur Streckenverlängerung um sieben Kilometer von Dresden-Gittersee nach Possendorf war. Erst mit der Streckenerweiterung, der auch als „Possendorfer Heddel“ genannten Trasse, erfolgte der Bau von Bahnhofsgebäuden.

In der Nachkriegszeit wurde jedoch zur Oberbaugewinnung der hintere Streckenteil ab Dresden-Gittersee wieder abgebaut und die Wismut AG nutzte die verbliebende Bahntrasse zum bergwärts Transport von Uranerz zur Aufbereitungsanlage in Gittersee bis zur Schließung der Anlage 1965. Anschließend gab es nur noch die Fracht der bis 1989 gewonnen Urankohle für die Sowjetunion, sowie sonstigen Güterverkehr. Letztendlich endete gegen 1993 der gesamte Güterverkehr aus dem Gewerbegebiet Coschütz/Gittersee.

Als „Sächsische Semmeringbahn“ wurde die kurvenreiche Bahnstrecke bereits zu Beginn, mit dem legendären Zitat am 15. April 1857 von König Johann bekannt. Zugleich wurde die Windbergbahn mit den jeweils an Sonntagen angebotenen Ausflugsverkehr auf den nur einfach umgerüsteten Kohlehunten von der Bevölkerung geschätzt. Erst später kamen auch Reisezugwagen zum Einsatz, welche die besonderen Anforderungen an die engen Kurvenradien erfüllen. So auch der etwa für die Bahntrasse um 1910 gefertigte „Windbergbahnaussichtswagen“ der Waggonfabrik Bautzen, welcher bis zum Angebotsende 1943 genutzt wurde. Dieser hat die lange Zeit ohne Personenverkehr von 1950 bis in die 1990er Jahre überdauert und wird seit der politischen Wende, wie auch in Zukunft vom Verein Windbergbahn e.V. auf der Museumsbahn mit einer Kö bzw. Rangierlok eingesetzt.

Bilder und Text: Dennis Köthur

Streckenkarte:

Bildergalerie:

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